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Verbrauch

Hoher Verbrauch, alte Heizung: Was Ihre Abrechnung über die Wärmepumpe verrät

Aus 20.000 kWh Wärme werden in unserer Beispielrechnung 5.882 kWh Strom. Was Ihre Abrechnung außerdem über Heizkörper und Anlagengröße verrät.

Beispiele geprüft am 6 Min. LesezeitRedaktion Passt die Wärmepumpe?

Ihre Heizkostenabrechnung verrät mehr über die passende Wärmepumpe als jeder Prospekt. Aus dem Verbrauch der letzten Jahre lässt sich ableiten, wie viel Wärme Ihr Haus braucht, wie viel Strom eine Wärmepumpe dafür bräuchte und wo die Planung genauer hinsehen muss. Ein hoher Verbrauch schließt eine Wärmepumpe dabei nicht aus.

Unser Beispielhaus für diese Rechnung

Beispiel: Beispielhaus A – Einfamilienhaus, Baujahr 1975, 140 m², Gas-Zentralheizung, die auch das Warmwasser bereitet. Wärmebedarf in unserer Beispielrechnung: 20.000 kWh im Jahr.

Wir gehen in vier Schritten vor: vom Verbrauch zum Wärmebedarf, vom Wärmebedarf zum Strombedarf und dann zu den beiden Fragen, die der Verbrauch für die Planung aufwirft – Heizkörper und Anlagengröße.

Schritt 1: Vom Verbrauch zum Wärmebedarf

Auf der Gasabrechnung steht Ihr Verbrauch in Kilowattstunden. Das ist nicht dieselbe Zahl wie der Wärmebedarf, denn kein Kessel macht aus jeder Kilowattstunde Gas eine Kilowattstunde Wärme. Wir rechnen mit einem Nutzungsgrad von 0,95 – einer Annahme, keiner Messung.

Für Beispielhaus A bedeutet das: Auf der Abrechnung steht etwas mehr Gas als die 20.000 kWh Wärme, die im Haus ankommen. Der Rest geht im Kessel verloren. Arbeitet Ihr Kessel schlechter als angenommen, steckt in Ihrem Gasverbrauch weniger nutzbare Wärme, und die Wärmepumpe muss entsprechend weniger liefern.

Bei Öl ist der Weg derselbe, nur die Einheit ist eine andere: Auf der Rechnung stehen Liter, nicht Kilowattstunden. Die Umrechnung übernimmt der Fachbetrieb in der Beratung. Für beide Brennstoffe gilt: Nehmen Sie mehrere Jahre, nicht nur das letzte, denn ein milder oder ein harter Winter verzerrt sonst das Bild.

Der Sommer verrät das Warmwasser

Liefert Ihr Versorger Monatswerte, lohnt ein Blick auf Juni, Juli und August. In diesen Monaten wird kaum geheizt – was der Kessel dann verbraucht, geht im Wesentlichen ins Warmwasser. So sehen Sie, welcher Teil Ihres Verbrauchs ganzjährig anfällt und welcher nur im Winter.

Für die Planung ist das wichtig, weil die Wärmepumpe Warmwasser mit höheren Temperaturen bereiten muss als Heizwasser. Zapfen Sie viel warmes Wasser, erwähnen Sie das im ersten Gespräch.

Keine Abrechnung zur Hand?

Haben Sie das Haus gerade gekauft oder geerbt, fehlen Ihnen womöglich die Abrechnungen der Vorjahre. Dann bleiben zwei Wege: die Werte aus dem Energieausweis als erste Orientierung und eine Heizlastberechnung, die ohne Verbrauchsdaten auskommt, weil sie das Gebäude selbst durchrechnet.

Schritt 2: Vom Wärmebedarf zum Strombedarf

Jetzt kommt die Jahresarbeitszahl ins Spiel. Sie gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt. Fraunhofer ISE hat sie in bewohnten Bestandshäusern gemessen, vier Jahre lang – es sind also keine Werte aus dem Prospekt.

Unsere Beispielrechnung für Beispielhaus A mit 20.000 kWh Wärme im Jahr:

Anlage aus der Messung Jahresarbeitszahl Strombedarf im Jahr
Luft-Wasser, schwächster Wert 2,6 7.692 kWh
Luft-Wasser, Mittelwert 3,4 5.882 kWh
Erdwärme, Mittelwert 4,3 4.651 kWh
Luft-Wasser, bester Wert 4,9 4.082 kWh

Dasselbe Haus, dieselbe Wärme – und doch braucht die schwächste Luft-Wasser-Anlage deutlich mehr Strom als die beste. Was die Kilowattstunden kosten, hängt dann vom Tarif ab. Für die Frage, ob die Wärmepumpe passt, zählt etwas anderes: warum eine Anlage oben oder unten in dieser Tabelle landet.

Ihr Haus statt Beispielhaus

Der Fachbetrieb prüft mit Ihren Angaben, ob und wie eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus, Ihrem Verbrauch und Ihren Heizkörpern passt.

Haus prüfen lassen

Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.

Schritt 3: Was der Verbrauch über die Heizkörper verrät

Ein hoher Verbrauch kann mehrere Gründe haben: ein Haus, das viel Wärme verliert, ein schlecht eingestellter Kessel oder schlicht viele beheizte Räume. Für die Wärmepumpe zählt vor allem der erste Grund. Verliert ein Haus viel Wärme, müssen die Heizkörper an kalten Tagen viel abgeben.

Kleine Heizkörper schaffen das nur mit heißem Wasser – und je heißer das Wasser, desto niedriger die Jahresarbeitszahl. Der Verbrauch ist also ein Hinweis darauf, wo die Planung genau hinschauen muss, kein Urteil über das Haus.

Für Beispielhaus A ergeben sich daraus drei Fragen an den Fachbetrieb:

  • Werden alle Räume auch mit niedriger Heizwassertemperatur warm, oder gibt es einzelne Ausreißer?
  • Ist die Heizung hydraulisch abgeglichen, sodass jeder Heizkörper die Wassermenge bekommt, die er braucht? Kosten laut enerix: 500–1.000 €.
  • Gibt es eine einzelne Maßnahme an der Gebäudehülle, die die nötige Temperatur spürbar senkt?

Sind einzelne Heizkörper zu klein, kann schon ihr Tausch genügen. enerix nennt für den Heizkörpertausch 1.000–3.000 € (September 2026).

Schritt 4: Was der Verbrauch über die Anlagengröße sagt

Aus dem Verbrauch mehrerer Jahre lässt sich die Heizlast grob abschätzen – also die Leistung, die das Haus am kältesten Tag braucht. Grob heißt: gut für eine erste Einordnung, nicht für die Bestellung. Für die endgültige Größe braucht es eine raumweise Heizlastberechnung.

Die Größe hat Folgen für den Betrieb. Eine zu große Anlage schaltet in der Übergangszeit häufig ein und aus; das kostet Effizienz und belastet das Gerät. Eine zu kleine Anlage ruft an kalten Tagen öfter den Heizstab zu Hilfe, der aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme macht.

Drei Häuser, drei Verbrauchsbilder

Nicht jede Abrechnung ist so eindeutig wie die von Beispielhaus A. Unsere beiden anderen Beispielhäuser zeigen, wie unterschiedlich der Ausgangspunkt sein kann:

Beispielhaus Was die Abrechnung zeigt Was daraus folgt
A: 1975, 140 m², Gas 20.000 kWh Wärme im Jahr, Warmwasser inklusive Strombedarf je nach Anlage 4.082–7.692 kWh; Heizkörper raumweise prüfen
B: 1958, 110 m², Öl Verbrauch in Litern, je nach Winter schwankend erst umrechnen und mehrere Jahre mitteln; kleine Heizkörper im Blick behalten
C: 1998, 160 m², Gas im Verhältnis zur Fläche niedriger Verbrauch Anlage nicht zu groß wählen; Heizkörper im Obergeschoss prüfen

Was der Verbrauch nicht verrät

Die Abrechnung zeigt eine Summe für das ganze Haus. Welcher Raum zuerst kalt wird, wo das Außengerät stehen kann und ob der Zählerschrank Platz für einen Wärmepumpenzähler hat, steht nicht darauf. Diese Fragen klärt nur der Blick ins Haus – deshalb gehören zur Beratung immer auch Fotos oder ein Termin vor Ort.

Diese Unterlagen helfen bei der Beratung

  • die Abrechnungen der letzten Jahre, nicht nur die aktuelle
  • die Angabe, ob die Heizung auch das Warmwasser bereitet
  • ein Foto vom Typenschild der Heizung
  • Fotos der Heizkörper in den Räumen, die zuletzt warm werden
  • Wohnfläche oder Grundriss und eine Liste der bisherigen Sanierungen

Mit diesen Angaben kann ein Fachbetrieb Ihren Verbrauch einordnen, bevor er Ihr Haus betritt. Der Haus-Check auf unserer Startseite fragt die wichtigsten Punkte gleich mit ab.

Ihr Haus statt Beispielhaus

Der Fachbetrieb prüft mit Ihren Angaben, ob und wie eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus, Ihrem Verbrauch und Ihren Heizkörpern passt.

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Ihr Verbrauch ist kein Urteil über Ihr Haus, sondern ein Startpunkt. Je genauer er bekannt ist, desto genauer wird die Planung – und desto weniger muss bei der Größe der Anlage geschätzt werden.

Häufige Fragen

Ist mein Verbrauch zu hoch für eine Wärmepumpe?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Ein hoher Verbrauch heißt: mehr Strombedarf, und die Anlage muss zur höheren Heizlast passen. Entscheidend bleibt, ob die Räume mit niedriger Heizwassertemperatur warm werden – das klärt die Heizlastberechnung.

Wie rechne ich meinen Gasverbrauch in Wärmebedarf um?

Multiplizieren Sie den Gasverbrauch in kWh mit dem Nutzungsgrad Ihrer Heizung. Wir rechnen mit 0,95. Arbeitet Ihr Kessel schlechter, steckt in derselben Gasmenge weniger Wärme – der Wärmebedarf fällt dann kleiner aus.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe bei 20.000 kWh Wärmebedarf?

In unserer Beispielrechnung mit der mittleren Jahresarbeitszahl von 3,4 aus der Fraunhofer-Messung sind es 5.882 kWh Strom im Jahr. Mit der schwächsten gemessenen Luft-Wasser-Anlage (2,6) wären es 7.692 kWh, mit der besten (4,9) 4.082 kWh.

Zählt das Warmwasser mit?

Läuft das Warmwasser heute über den Kessel, ist es im Verbrauch auf der Abrechnung schon enthalten. Kommt es dagegen aus einem elektrischen Durchlauferhitzer, fehlt es dort – das sollte die Planung wissen, wenn die Wärmepumpe es künftig übernehmen soll.

Quellen

  1. top agrar: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Bericht zur Messung von Fraunhofer ISE) (veröffentlicht 20.11.2025)
  2. enerix: Wärmepumpe – Kosten (veröffentlicht 29.09.2026)

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